Köln vs. GE

Zum Ende der letzten Saison war ich erneut in Köln zu Gast, dieses mal gegen die unaussprechlichen aus GE. Der Tag begann für einen freien Sonntag eigentlich viel zu früh für mich, aber was macht man nicht alles um die Blauen verlieren zu sehen.

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Zeitig ging es also in die Domstadt um sich mit dem einen oder anderen Freund noch auf das ein oder andere Kölsch zu treffen. Im Stadionumfeld fühlte man sich erneut an einen Bürgerkrieg erinnert. Da werden echt Bahnen wo normale Blaue, soweit man bei denen das Wort normal benutzen kann, mit einem kompletten Hunderschaftszug begleitet, wie gesagt, das waren keine Bahnen die mit sportlichen Leuten oder „sogennanten Fans“ besetzt waren. Auch das Polizeiaufgebot war immens, was dann darin gipfelte das die Fantrennung direkt vor dem Stadion eigentlich nicht durchgezogen wurde, da alle Blauen die mit dem Auto, oder einer anderen Richtung als die Bahnen aus der Innenstadt kamen, die Wege der Kölner kreuzten. Brillant gelöst mal wieder.

Im Stadion war es erneut mehr als nur traurig zu sehen was in den letzten Monaten in Köln los ist, kann man über die Aktion in MG geteilter Meinung sein, so ist es einfach unfassbar was der Verein daraus gemacht hat und auch das DFB Urteil ist ein sehr starker Einschnitt. Eine Stimmung war also auf der Heimseite, wie auch bereits beim Spiel gegen die SGE aus Frankfurt zuvor, welches ich auch besuchte, als nicht vorhanden zu bezeichnen. Zwei oder dreimal Stand das Stadion auf, jedoch ebbte es jedes mal schnell wieder ab. Ich bin gespannt wie sich die Fanszene und die Stimmung in Köln entwickeln wird, ich hoffe für die Freunde vor Ort, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden und die Kölner Fanszene zu dem zurück findet was sie ist, eine der stimmungsvollsten und emotionalsten Kurven in unserem Land.

Das Spiel selber stand unter den Vorzeichen, dass der FC endgültig den Klassenerhalt perfekt machen kann und die Blauen tiefer in die Krise schießen kann. Natürlich habe ich zu dem damaligen Zeitpunkt auch noch gehofft das wir in der Tabelle eventuell an ihnen vorbei ziehen können um ihnen die Saison komplett zu versauen, was uns ja leider nicht gelang. Mit einer wirklich tollen Leistung konnten die Blauen, welche wirklich unfassbar schwach auftraten. besiegt und der Klassenerhalt gefeiert werden. Nach dem Spiel gab es noch die eine oder andere Rennerei, aber nur die Üblichen Spielchen, insgesamt blieb es also sehr ruhig und nach dem einen oder anderen kalten Fan-Getränk, konnte ich mit dem zweiten Sieg in der Rückrunde nach Hause aufbrechen, sowie der Erkenntnis, dass diese Menschen einfach in jeder Stadt zu hassen sind, egal ob bei uns oder im Rheinland…

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#diewegedesbvbsindunergründlich oder auch #pfeiffenheinis

Wir haben März 2015, langsam nimmt der Frühling fahrt auf. Samstag gab es auf dem Rasen des Westfalenstadions absolute Schonkost. Bis zur 70. Minute wirkte der Ballspielverein recht ideenlos. Aber was mich so richtig erschrocken hat, waren die Pfiffe die in der zweiten Halbzeit von allen Tribünen zu hören waren. Bei weitem nicht brachial laut, aber sie waren da. Ich war wirklich traurig. Wieso? Denken wir doch mal einige Wochen zurück.

Der BVB überwintert auf einem direkten Abstiegsplatz in der ersten Spielklassse der Fußball Bundesliga. „Nach der Winterpause wird vieles besser“ – „Die Junggens getz richtig einstellen“ – „Jetzt kann es nur besser werden“, solche und ähnliche Plattitüden waren fast überall zu hören und auch ich konnte mich nicht davon frei machen, einfach sicher zu sein das wird da schon irgendwie wieder raus kommen, bei diesem Kader. Doch nach einer mittelmäßigen Leistung in Leverkusen bei der man mit einem Punkt wieder Richtung Bierhauptstadt aufbrechen konnte, folgte eine englische Woche mit einem Spiel zuhause gegen Augsburg welches ich so schnell nicht vergessen werde, denn in der Hinrunde haben wie auch verloren (und das nicht zu knapp), jedoch hatte ich da meistens den Eindruck das die Mannschaft alles raus gehauen hat. Nach dem Spiel gegen Augsburg, man war übrigens Tabellenletzter(!) schlug es bei mir und auch vielen anderen um. In Wut, Angst und Panik, denn die Mannschaft wirkte kraft- und vor allem kampflos. Ein Zustand den ich in Dortmund lange nicht gesehen hatte. Während ich diese Zeilen schreibe bekomme ich erneut unschöne Gedanken wenn ich über den Abend nachdenke.

Was ich dem Umfeld des BVB`s und auch der Führung unserer Borussia zu Gute halten muss ist die nicht vorhanden gewesene Trainerdisskusion. Kaum für möglich zu halten im heutigen Profifußball. Respekt dafür und dies zeigt mal wieder das auch wenn der BVB ein Wirtschaftsunternehmen geworden ist, die Uhren hier immer noch etwas anders ticken als im Süden oder hohen Norden der Republik.

Kommen wir zurück zum eigentlichen Thema. Bitte versteht mich nicht falsch, jeder hat in einem angemessenen Rahmen das Recht dazu seinen Unmut über die Leistung der Mannschaft kund zu tun, nur darf man nicht vergessen das man vor EINEM MONAT, also Anfang Februar vor einem Scherbenhaufen stand. Natürlich sind die Siege seit dem und vor allem der grandiose Sieg gegen die Blaue Brut wunschschön, nur darf man doch nicht davon ausgehen das bei so vielen Besuchern des Westfalenstadions das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktionrt. Daher würde ich mir wünschen, wenn wir alle, wirklich alle versuchen das Beste aus dieser komischen Saison zu machen und eventuell schaffen wir es ja nach Berlin, erleben noch einen Moment wie gegen Malaga im Europapokal, egal was noch kommen wird, bitte vergesset nicht wo wie vor einigen Wochen standen und wie schnell es gehen kann.

Genießt jeden Moment mit unserer Borussia, feiert sie, fiebert mit, aber pfeift sie nicht wegen Banalitäten aus, denn das haben sich die Jungs in den letzten Wochen nicht verdient und unserer Borussia wird das auch nicht gerecht.

Mittwoch wartet Turin. In der CL ist die Atmosphäre ja „traditionell“ gut, aber auch bei einem Unentschieden gegen einen Verein aus dem Mittelfeld der Bundesliga sollte man froh sein, wieder in selbigen zu stehen und nächstes Jahr die Blauen wieder weghauen zu dürfen und nicht Montags Abends nach Sandhaufen fahren zu müssen.

Darum: Alles raushauen. Wir. Zusammen. Borussia.

Köln – Frankfurt und was daraus geworden ist…

Am Sonntag war ich nach einiger Zeit mal wieder zu Gast in Köln. Für die Karten nochmal ein Dankeschön an den wunderschönen jungen Mann, der immer weiß wie er sich zu benehmen hat. Die Vorfälle in MG einige Wochen zuvor, warfen leider einen negativen Schatten auf diese Partie, da die aktive Fanszene des FC in kleinen Gruppen im Stadion stand/saß, vor den Toren stand, oder sich mit den sportlichen Herren aus der Hessenmetropole in der Kölner City auf eine Fanta traf. Die Stimmung war als auf Heimseite schlichtweg nicht vorhanden, obwohl es einige Leute mit „Hennes“-Stofftiermützen und einer Trommel trotzdem versuchten, was leider mehr als peinlich wirkte und daher der Sache nicht unbedingt förderlich zu Gesicht  stand.

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Die Leute aus FFM, die sich gerade nicht am Fantaglas versuchten und den Kölner Dom wohl schon kannten, machten in der ersten Halbzeit einen sehr ordentlichen Eindruck was die Lautstärke anging, wobei dabei natürlich die fehlende Gegenseite auch eine Mitschuld trug. Bei dem ersten Treffer der Hessen war zu sehen das auch extrem viele Anhänger der Eintracht im ganzen Stadion verteilt waren, also insgesamt ein recht ordentlicher Auftritt einer der ehemals besten Kurven in diesem Land, wenn auch nicht der Beste.

Das Spiel bot mehr als ich mir vorher versprochen hatte, waren es doch insgesamt sechs Treffer die es zu bewundern galt. Davon vier auf der meiner Meinung nach „richtigen“ Seite. Trotz dieser hohen Anzahl an Toren ein insgesamt eher schwaches Bundesligaspiel, woran beide Mannschaften aber zu gleichen Teilen eine Schuld trifft.

Nach dem 4:1 hat Frankfurt dann auch die Zaunfahnen abgehangen und das übliche Gepöbel begann, die Sicherheitsmenschen des FC aus der zweitschönsten Stadt in NRW sperrten dann auch direkt mal den kompletten Ausgang Nord-Ost, sodass alle Leute auf der Ost Tribüne den Weg hinter der Süd nehmen mussten, was zu einem ordentlichen Gedränge auf den Gängen und Treppen führte, also aus Sicht der Sicherheit mal wieder alles richtig gemacht.

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Bleibt festzuhalten das es natürlich schön war mal wieder in Köln zu sein und dann noch bei einem Spiel gegen einen Traditionsverein mit einer guten (wenn auch nicht mehr die, die es vor einigen Jahren war. Wobei wir in Dortmund uns da auch an die eigene Nase fassen müssen…) Fanszene. Trotzdem steht über all dem die Angst davor das so etwas wie in Köln, sprich die fehlende Stimmung, bzw. irgendwann die fehlenden Sitzplätze dazu führen werden das wir hier in allen belangen „englische Verhältnisse“ haben. Wenn ich dabei an unsere Spiele gegen Arsenal in der Königsklasse zurück denke, ist mir mehr als Unwohl bei dem Gedanken daran.

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Heute wurde dann das Urteil des DFB verkündet, eine saftige Geldstrafe für den FC und weitere Einschnitte in die Fankultur, welche mit Sicherheit eines nicht bewirken werden, die selbige zu erhöhen…

„Kein Zwanni“ – am 33. Spieltag

Durch die Aktion „12Doppelpunkt12“ ist „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ in den letzten Monaten kürzergetreten. „12Doppelpunkt12“ war wichtig und wir wollten die Aufmerksamkeit nicht von dieser Kampagne abziehen. Was aber nicht heißt, dass es keine Gründe für weitere Aktionen gegeben hätte. Im Gegenteil. Viele Vereine schlagen immer hemmungsloser zu. Gerade die Preise für Sitzplatztickets nehmen Dimensionen an, die von den gerne zitierten „englischen Verhältnissen“ nicht mehr weit entfernt sind. Und die natürlich auch die gleichen Folgen haben werden, wenn wir hier nicht entscheiden entgegentreten: Dein Ausschluss ganzer Bevölkerungsgruppen vom „Volkssport Fußball“.

Hinzugekommen sind neue Probleme wie die Zusammenarbeit mit dem Schwarzhändler Viagogo, der die absurden Ticketpreise noch mal in ganz neue Dimensionen hebt. Doch Jammern hilft nichts und dafür gibt es auch keinen Grund. Gerade durch Aktionen gegen ViaNOgo wurde wieder klar, wie viel Macht wir Fans haben. Gratulation nach Hamburg, die es geschafft haben, dass der Hamburger SV den Vertrag mit ViaNOgo gekündigt hat.

Doch nicht nur der „Sündenfall“ der Zusammenarbeit mit ViaNOgo zeigt an, dass wir die Vereine permanent daran erinnern müssen, dass sie dabei sind, sich selbst das Wasser abzugraben. Auch in den regulären Preisen greifen viele Vereine immer hemmungsloser zu. Hier wird es Zeit, mal wieder ein Zeichen zu setzen. Fans können viel bewegen und wir müssen dies nutzen, um die Zukunft des Sportes zu sicher. Das mag pathetisch klingen, aber auch hier sei wieder der Blick nach England empfohlen. Dass was wir in Deutschland – noch – haben ist nichtselbstverständlich und muss permanent verteidigt werden.

In einer Versammlung von Fanclubvertretern haben Anhänger von Borussia Dortmund entschieden, dass sie am vorletzten Spieltag bei ihrem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg ein Zeichen setzen wollen. Dabei richtet sich der Protest nur zum Teil gegen den VfL. Zwar nimmt auch der VfL bei dem Spiel 19 € für eine Stehplatzkarte und 35 bis 70 € (plus VVK Gebühren)für Sitzplatzkarten, doch steht er dabei leider in schlechter Gesellschaft mit diversen anderen Clubs, wie auch dem BVB selbst, der zwar löblicherweise den Topzuschlag für Gästesteher abgeschafft hat, aber bei den Sitzplatzpreisen deftig hinlangt. Leverkusen ist dieses Jahr besonders negativ aufgefallen. Selbst der Umstand, dass deren Stadion mehrmals bei Topspielen nicht ausverkauft war, konnte die Entscheider bisher nicht zum Umdenken bewegen.

Fans von Hertha BSC, dem 1. FC Köln sowie von Mainz 05 haben bereit erklärt, sich dem Aktionstag anzuschließen. Wir hoffen auf weitere positive Resonanz. Welche Aktionen durchgeführt werden ist natürlich den einzelnen Fanszenen überlassen und hängt eben auch damit zusammen, wie weit die Aktion „Fußball muss bezahlbar sein“ in den jeweiligen Fanszenen verankert ist. Wir hoffen, dass sich auch weitere Fanszenen der Aktion anschließen.

Für Dortmund wurde auf dem Treffen ein 10-minütiges Freilassen des Gästeblocks diskutiert. Ebenso stand eine Mottofahrt zur Diskussion. Hier ist aber noch keine finale Entscheidung getroffen worden, weil wir weitere Resonanz von den Fans haben möchten. Wer Ideen für gute Aktionen hat, kann diese an info@kein-zwanni-de mailen. Darüber hinaus werden die jeweiligen Fanszenen ihre Kommunikationsforen natürlich selbst wählen.

Seid kreativ, seid unbequem, seid solidarisch! Raus zum Aktionsspieltag am 33. Spieltag!

 

Aktuelle Infos immer auf: kein-zwanni.de