Bald ist Derby, oder auch nicht.

 

Was gehört für mich zu einem Derby? Emotionen, eine fesselnde, jedoch oft zu angespannte Stimmung und ein Gegner. Auf dem Platz, sowie auf den Rängen. Als wir Anfang des Jahres, die Blauen im Westfalenstadion deutlich mit 3:0 besiegten, waren die betretenen Gesichter im Gästeblock der schönste Anblick des Tages. Auch die Gesänge die man sich Gegenseitig um die Ohren haut und dort sogar teilweise die Mütter der Gegenseite, der käuflichen Liebe bezichtigt, sind Teil dieses Tages.
Nun soll all das also nicht passieren und zwar nicht wegen ausufernder Gewalt beim letzten Mal, sondern weil die Fanszene GE, wegen diversen, nicht nachzuvollziehenden Auflagen, geschlossen das Derby boykottieren wird, was für mich eine absolut richtige und nachvollziehbare Entscheidung ist. Nun sollte sich ein jeder mal fragen der denkt „Auf die kann ich verzichten!“ oder „Ist doch super dann sind die schön leise!“, was das ganze langfristig für Auswirkung haben wird. Die Gästekartenkontingente werden irgendwann bei null stehen und alle „Risikospiele“ werden ohne Auswärtsfans stattfinden. Ohne Emotionen und Leidenschaft, dies ist ein Zustand den ich so nicht hinnehmen will.
Verstehe mich nicht falsch, ich hasse nichts so sehr wie die Blauen und vor allem die aktive Szene um die UGE, aber ob wir das wollen oder auch nicht, wir sitzen was Fanpolitik angeht nunmal alle in einem Boot. Das hat auch das letzte Derby zwischen Gladbach und dem ruhmreichen Ersten Fussballclub Köln gezeigt, auch hier konnte man erahnen wohin sich der deutsche Fußball auf den Tribünen bei Derbys hinbewegt.
Es wäre gelogen zu sagen, dass sich jede Fanszene, bei jedem Derby von ihrer Glanzseite zeigt, aber auch hier gilt es einen differenzierten Blick auf Vorkommnisse zu werfen und nicht immer direkt Kollektivstrafen zu verhängen.
Bleibt abzuwarten was von unserer Seite stimmungsmässig passieren wird, ich für meinen Teil, hatte noch nie weniger Bock auf ein Heimderby, aber gegen diese Entwicklung gilt es geschlossen zu stehen, Auflagen stets kritisch zu hinterfragen und sich Notfalls auch dagegen zu wehren!
Für eine aktive, kreative und kritische Fanszene, in Dortmund und überall!

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Köln vs. GE

Zum Ende der letzten Saison war ich erneut in Köln zu Gast, dieses mal gegen die unaussprechlichen aus GE. Der Tag begann für einen freien Sonntag eigentlich viel zu früh für mich, aber was macht man nicht alles um die Blauen verlieren zu sehen.

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Zeitig ging es also in die Domstadt um sich mit dem einen oder anderen Freund noch auf das ein oder andere Kölsch zu treffen. Im Stadionumfeld fühlte man sich erneut an einen Bürgerkrieg erinnert. Da werden echt Bahnen wo normale Blaue, soweit man bei denen das Wort normal benutzen kann, mit einem kompletten Hunderschaftszug begleitet, wie gesagt, das waren keine Bahnen die mit sportlichen Leuten oder „sogennanten Fans“ besetzt waren. Auch das Polizeiaufgebot war immens, was dann darin gipfelte das die Fantrennung direkt vor dem Stadion eigentlich nicht durchgezogen wurde, da alle Blauen die mit dem Auto, oder einer anderen Richtung als die Bahnen aus der Innenstadt kamen, die Wege der Kölner kreuzten. Brillant gelöst mal wieder.

Im Stadion war es erneut mehr als nur traurig zu sehen was in den letzten Monaten in Köln los ist, kann man über die Aktion in MG geteilter Meinung sein, so ist es einfach unfassbar was der Verein daraus gemacht hat und auch das DFB Urteil ist ein sehr starker Einschnitt. Eine Stimmung war also auf der Heimseite, wie auch bereits beim Spiel gegen die SGE aus Frankfurt zuvor, welches ich auch besuchte, als nicht vorhanden zu bezeichnen. Zwei oder dreimal Stand das Stadion auf, jedoch ebbte es jedes mal schnell wieder ab. Ich bin gespannt wie sich die Fanszene und die Stimmung in Köln entwickeln wird, ich hoffe für die Freunde vor Ort, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden und die Kölner Fanszene zu dem zurück findet was sie ist, eine der stimmungsvollsten und emotionalsten Kurven in unserem Land.

Das Spiel selber stand unter den Vorzeichen, dass der FC endgültig den Klassenerhalt perfekt machen kann und die Blauen tiefer in die Krise schießen kann. Natürlich habe ich zu dem damaligen Zeitpunkt auch noch gehofft das wir in der Tabelle eventuell an ihnen vorbei ziehen können um ihnen die Saison komplett zu versauen, was uns ja leider nicht gelang. Mit einer wirklich tollen Leistung konnten die Blauen, welche wirklich unfassbar schwach auftraten. besiegt und der Klassenerhalt gefeiert werden. Nach dem Spiel gab es noch die eine oder andere Rennerei, aber nur die Üblichen Spielchen, insgesamt blieb es also sehr ruhig und nach dem einen oder anderen kalten Fan-Getränk, konnte ich mit dem zweiten Sieg in der Rückrunde nach Hause aufbrechen, sowie der Erkenntnis, dass diese Menschen einfach in jeder Stadt zu hassen sind, egal ob bei uns oder im Rheinland…

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Liebe Polizei [sg.de]

Wir müssen reden. Und zwar über den Derby-Samstag. Was war das denn bitte? Gut, wir sind ja inzwischen gewohnt, dass Ihr Euch von Spiel zu Spiel neue Taktiken und Vorgehensweisen überlegt, deren Sinn sich uns – vorsichtig ausgedrückt – nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Aber die Planlosigkeit, mit der Ihr am Samstag zu Werke gegangen seid, toppt sogar die Darbietung unserer Schwatzgelben auf dem Platz. Wie war es denn bei Euch? Habt Ihr auch erst 90 Minuten vorher erfahren, dass Ihr mit ganz neuer Taktik in den Einsatz geht?

„Dortmunder und Schalker Gewalttäter haben unser Sicherheitskonzept bewusst unterlaufen und sind entgegen der Ankündigung konspirativ angereist“, so wird Dieter Keil, Euer Dortmunder Einsatzleiter, bei derwesten.de zitiert.

Was heißt das denn bitte? Schon seit Jahren reisen die Fans beider Lager beim jeweiligen Auswärtsspiel auf unterschiedlichsten Wegen an. Das ist nichts Neues und dürfte Euch bei der Polizei doch wirklich als letzte überraschen. Überhaupt, liebe Polizei, mal ehrlich, wie kann das denn sein? Da reisen zwei große Gruppen aus Gelsenkirchen quer durch das Ruhrgebiet und Ihr bemerkt sie erst, wenn sie in Stadionnähe auftauchen? 100 Mann an der Möllerbrücke und immerhin stolze 600 Mann an der Universität? Und diese letztere Gruppe ist sogar so geheim, dass sich in ihrem Schlepptau zwar die offizielle blauweiße Fanbetreuung befindet, aber nichts, was ein Blaulicht hat?

Und mal Butter bei die Fische: Die sind da nicht konspirativ hingefahren, mit eigenen oder gar gestohlenen PKW und gefälschten Kennzeichen, sondern mit dem öffentlichen Nahverkehr. Noch einmal: 600 Mann!

Berittene Polizei und Pfefferspray-Einsatz vor dem StadionDas bekommt Ihr wirklich nicht mit? Obwohl Ihr angeblich Beamte in vierstelliger Anzahl im Einsatz habt? Obwohl sich Eure dem Fußball zugeteilten Ermittler „szenekundig“ schimpfen? Obwohl einem rund um das Stadion die Ohren dröhnen, weil ständig irgendwo einer Eurer Hubschrauber kreist? Wem wollt Ihr das denn erzählen?

Und während sich die 600 Blauen von der Uni aus unbehelligt durch Euch auf den Fußweg zum Stadion machen, drängt Ihr eine Gruppe über die Hohe Straße laufender Schwatzgelbe ins Kreuzviertel ab und leitet sie genau in Richtung der 100 Blauen, die gerade von der Möllerbrücke in Richtung Stadion marschieren? Jungs, wisst Ihr eigentlich genau, was Ihr da tut?

Ihr lasst die Sonderzüge der Gelsenkirchener am Haltepunkt Westfalenhallen ankommen und lotst die Blauen dort dann direkt an den Heimfans vorbei? An Flora und Südtribüne, obwohl es beispielsweise via Ardeystraße und Strobelallee mutmaßlich viel unproblematischer verlaufen würde?

Blaue vorm NordeingangWie kann es sein, dass ganze Scharen Blauweiße im Nu vom Stadionvorplatz verschwunden und ins Stadion eingelassen sind? So schnell kann eine handelsübliche Personenkontrolle an deutschen Gästeblöcken doch nie und nimmer von statten gehen? Und dann tauchen – oh Wunder – Pyrotechnik und geklaute Fahnen im Gästeblock auf. Na sowas!

Zu allem Überfluss setzt Ihr während des Spiels auch noch Pfefferspray unter der Südtribüne ein, so dass dem Cateringpersonal in den Verkaufsständen und sogar den Fans auf der Tribüne die Tränen in die Augen steigen, derweil die Fluchtwege für diese Blöcke exakt in den Pfefferspraynebel hineinführen? Ihr wisst aber schon, dass Ihr es seid, die für die Sicherheit der Menschen verantwortlich zeichnen?

Was passiert denn da bei Euch? Ihr habt doch Sicherheitsbesprechungen, Einsatzbesprechungen und Funkgeräte. Ihr beschäftigt doch extra geschulte Beamte, deren einziger Job eben genau diese vereinsübergreifende Koordination und Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort ist? Redet Ihr überhaupt miteinander? Sprecht Ihr Polizisten in Gelsenkirchen mit Euren Kollegen in Dortmund und umgekehrt? Sprecht Ihr Landespolizisten mit Euren Bundespendants oder interessiert Euch nur der jeweilige Aufgabenbereich und damit hat es sich?

Wasserwerfer und Mannschaftswagen der PolizeiJa, das Derby ist ein Problemspiel, um mal in Eurem Jargon zu bleiben. Ja, es läuft auch von Fanseite zuletzt einiges schief und nichts und niemand kann und darf Angriffe auf gegnerische oder auch eigene Fans oder Polizisten rechtfertigen. Das will auch niemand. Wo Straftaten geschehen, gehören sie geahndet. Und wer die Gesundheit anderer verletzt, gehört bestraft. Da sind wir uns einig, da brauchen wir gar nicht groß drüber diskutieren.

Aber ist es nicht Euer verdammter Job, genau diese Aufeinandertreffen auch zu verhindern? Das habt Ihr am Samstag nicht nur nicht geschafft. Wir haben uns zeitweise sogar gefragt, ob Ihr das überhaupt wollt.

Im besten Fall ist das, was Ihr am Samstag demonstriert habt, ein gnadenloses Versagen.

Uns fällt da aber auch noch eine unschönere Interpretation ein. Immerhin erklingen die Forderung Eurer Funktionäre und Lobbyisten direkt im Anschluss an die Geschehnisse fast schon ein bisschen zu schnell und einstudiert.

Beispiel gefällig? Dortmunds Polizeipräsident Wesseler bringt Fußballspiele ohne Gästefanbeteiligung oder gar komplette Geisterspiele ins Spiel. Verdammt kluge Idee! Denn wo sind die Leute, wenn sie nicht im Stadion sein dürfen? Öhm, ja… genau: auf den Straßen. Und da habt Ihr ja den genauen Durchblick, nicht wahr? Also zumindest solange sich die Leute nicht konspirativ verhalten, versteht sich.

Die Gewerkschaft der Polizei setzt sogar noch einen drauf und fordert neben „klaren rechtlichen Regeln“ (kleiner Tipp: Strafgesetzbuch – da steht praktischerweise sogar schon alles drin) auch noch die Installation von Fußball-Staatsanwälten. Klar, wo das mit den Fußball-Polizisten ja schon so sichtbar gut klappt.

Liebe Polizei, mal ganz ehrlich, so von Nicht-Gewalt-Täter zu Nicht-Gewalt-Verhinderer: Wir beneiden Euch nicht um Euren Job. Der ist ganz sicher nicht einfach und ganz sicher nicht immer angenehm. Aber das mit der Sicherheit ist nun einmal Eure Aufgabe und wir würden eigentlich ganz gerne sehen, dass Ihr diese Aufgabe auch ernst nehmt.

 

So auf schwatzgelb.de erschienen!

Bayern war – Derby ist!

Ich hatte eigentlich damit gerechnet an dieser Stelle einen Text mit Durchhalteparolen oder ähnlichem veröffentlichen zu müssen. Doch erstes kommt es anders und zweitens als man denkt. Ganz genau kann ich garnicht sagen über was ich mich am meisten freue. Das Tor von Lewandowski [Kürzel wie Lewi stinken übrigens!], den gehaltenen Elfmeter von Roman, die Aktion von Subotic oder den Sieg an sich? Egal. Wie haben die Bayern jetzt zum vierten mal in Folge besiegt, sechs Punkte Vorsprung auf den zweiten und das Derby vor der Brust. In Gelsenkrichen blättert man momentan ja viel in Fotoalben, hoffentlich können wir Ihnen am Samstag einige neue Fotos bescheren, die sie Ihren Kindern nicht so gerne zeigen…

In diesem Sinne…

Derby [TU]

Morgen, Freitag, 20:30 Uhr, Derby! Ein Spiel, das ganz Dortmund elektrisiert. Doch nicht nur Dortmund und Gelsenkirchen sind elektrisiert, auch einige Fernsehsender, die am Spieltag Bilder suchen, die sie live und in Farbe in alle Wohnzimmer senden werden. Bilder, die demonstrieren sollen, dass wir Fußballfans und speziell wir Ultras nichts weiter sind als ein Haufen Chaoten. Diese Bilder werden wir ihnen nicht liefern und möchten Euch alle bitten, dass ihr euch nicht durch auftauchende Kamerateams provozieren lasst. Geht ihnen aus dem Weg und liefert ihnen kein Futter für ihre drittklassigen „Reportagen“.

Auch einige BVB-Fans haben für das Spiel sogenannte Betretungsverbote bekommen, dazu Hausbesuche und „Gefährdenansprachen“ der Polizei. Wir rechnen damit, dass die Polizei am Freitag jede Provokation nutzen wird, um einzuschreiten. Lasst Euch also zu nichts hinreißen, passt auf Euch auf!

Ein Hinweis an die Freunde der Zaunfahnen: Passt bitte auf Eure Fahnen auf. In den vergangenen Wochen ist es erneut zu Diebstählen gekommen. Leider ist es heute nicht mehr möglich, seine Zaunfahne unbeaufsichtigt aufzuhängen. Gästefans, aber leider auch einige Borussen, sehen dies als regelrechte Einladung an, die Fahne mitzunehmen.

Auch möchten wir aus aktuellem Anlass nochmal darauf hinweisen, dass Böller & Co. kein Teil unserer Fankultur sind und nichts in unseren Reihen zu suchen haben!

Derbywoche mal anders!

Vor dem letzten Derby war es schon eine andere Situation, diesmal ist sie noch deutlicher. Wir haben nach 20. Spieltagen doppelt so viele Punkte wie die Blauen! Wobei mir der Übermut im schwarz-gelben Lager langsam auf den Geist geht. Das Spiel am Freitag wird kein Selbstläufer. Ich denke zwar auch, dass wir gewinnen, bzw. hoffe ich das. Wie jedes mal vor dem Derby wird gespannt erwartet, was auf, sowie neben dem Platz passiert… Hier mag ich keine Prognose abgeben, möchte jedoch auf ein Interview mit Polizeidirektor Peter Andres aufmerksam machen, in dem ich feststellen musste, dass ich selten zuvor soviel Schwachsinn auf einmal gehört habe! Mein absoluter Favorit ist: „Ein Fanmarsch ist ein „No-Go“!“

Ich hoffe, dass wir Freitag alle kollektiv ausrasten und mal wieder eine Saison mit zwei Derbysiegen beenden können!