Boykott in Hamburg – „Kein Zwanni“ lädt Euch ein

Seit längerem bereits sind die Ticketpreise des Hamburger SV ein Ärgernis für Fans, genehmigt sich der HSV doch in unschöner Regelmäßigkeit kräftige Topzuschläge. Unter den extremsten Auswirkungen hatten zuletzt nur die Fans des FC Bayern zu leiden, doch nun sind auch wir Borussen betroffen. „Kein Zwanni“ ruft daher zum Boykott des Spiels auf. Im Rahmen einer Infoveranstaltung wollen wir mit Euch darüber sprechen.

WO?

In der „Kaktus-Farm“, Wilhelmstraße 24, 44137 Dortmund, www.kaktus-farm.de (Die Kaktusfarm ist vom Hauptbahnhof zirka 15 Minuten Fußweg entfernt. Von den U-Bahn-Stationen „Westentor“, „Unionstraße“ oder „Städtische Kliniken“ aus seid Ihr in gut fünf Minuten da. Parkplätze findet Ihr in der Nähe des U-Turms.)

WANN?

Am kommenden Dienstag, den 31. Juli 2012, der Beginn ist um 19 Uhr

Beinahe traditionell gehört der HSV zu den Preistreibern der Liga, weswegen wir uns seit längerem im Gespräch mit den Hamburger Offiziellen befinden. Insbesondere die variable Preisgestaltung mit extremen Zuschlägen und die vor zwei Jahren eingeführte Sonder-Premium-Preiskategorie „A+“ sind den „Kein Zwanni“-Vertretern seit jeher ein Dorn im Auge. Als minimales Entgegenkommen seitens der HSV-Verantwortlichen wurden die Stehplatzpreise dieser neu geschaffenen Kategorie A+ auf das Niveau der darunter liegenden und früheren Spitzen-Kategorie A gesenkt.

Zufriedenstellend ist dies sicherlich nicht, bedeutet doch selbst diese Senkung noch Stehplatzpreise von über 20 Euro inklusive Gebühren. Auch wer das Spiel im Sitzen verfolgen möchte oder gar muss, muss sehr tief in die Tasche greifen.

Aus diesem Grund hat „Kein Zwanni“ bereits im Januar zum Boykott des BVB-Auswärtsspiels in Hamburg aufgerufen. Hunderte Borussen waren dem Aufruf seinerzeit gefolgt, etwa 500 davon reisten dennoch in die Hansestadt an, um vor den Stadiontoren im Regen stehend das Spiel am Radio zu verfolgen. Wie uns Hamburger Fans später berichteten, blieben im Stadion des HSV sichtbar Plätze unbesetzt.

Sowohl davor wie auch danach haben wir den Gesprächsfaden mit dem HSV dabei nicht abreißen lassen, konnten bei der Vereinsführung jedoch kein Umdenken in der Preisfrage erreichen. Im Gegenteil.

Aus Dortmunder Sicht ist nun der vorläufige negative Höhepunkt erreicht: Auch das Spiel unseres BVB bei den Hanseaten kommt nun in den zweifelhaften Genuss der Spitzenkategorie A+. Und was das bedeutet, haben die Verantwortlichen des HSV dankenswerterweise auch grafisch zusammengefasst: Gegenüber dem ersten Heimspiel der Hamburger gegen den 1. FC Nürnberg kosten die Eintrittskarten im Spiel der Borussia teilweise das Doppelte. So ist der günstigste Sitzplatz erst ab 40 Euro zzgl. Gebühren zu haben (20 Euro kostet derselbe Platz gegen den FCN), das teuerste Ticket ist inklusive Vorverkaufsgebühr sogar dreistellig: 103,40 Euro kosten die Plätze dann.

Auf den Stehplätzen bleiben die Preise konstant hoch: 20,90 Euro inklusive Vorverkaufsgebühr müssen für einen Platz im kleinen Stehplatzeck hingeblättert werden. Das ist dank des Entgegenkommens des HSV derselbe Preis wie im Vorjahr in der Preiskategorie A, insgesamt aber immer noch um mehr als ein Drittel höher als in der Nürnberg-Partie.

Na schönen Dank auch!

Durch Preisgestaltungen wie die des Hamburger SV sieht „Kein Zwanni“ das Wesen des Fußballs als Volkssport in Gefahr. Wir empfinden den verbindenden Charakter dieses Sports über alle Bevölkerungsschichten und Einkommensklassen hinweg als hohes Gut, das es zu schützen gilt. Eintrittspreise, die von vorn herein Teile der Gesellschaft ausschließen und so zu einer sozialen Selektion führen, betrachten wir als Bedrohung des Fußballs, wie wir ihn kennen und lieben.

Beim Hamburger SV wie auch bei anderen Vereinen wird eine ungute Entwicklung deutlich, der wir als Fans frühzeitig Einhalt gebieten wollen, bevor es zu spät ist.

Wir möchten daher alle Borussen bitten, sich uns anzuschließen und dem Spiel fernzubleiben. Wir wissen, dass dieser Verzicht schwer fällt. Wir selbst haben es im Januar am eigenen Leib erfahren. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass nur ein sehr deutlicher Protest geeignet ist, um die beschriebene Entwicklung zu stoppen.

Über das Für und Wider des Boykotts und über ein mögliches Alternativprogramm am Spieltag wollen wir uns gerne am kommenden Dienstag mit Euch austauschen. Wir würden uns freuen, möglichst viele von Euch in der Kaktusfarm begrüßen zu können.

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